Herausgeberschaft

Cinematic Metaphor in Perspective. Reflections on a Transdisciplinary Framework
Hrsg. Sarah Greifenstein, Dorothea Horst, Thomas Scherer, Christina Schmitt, Hermann Kappelhoff und Cornelia Müller
Berlin/Boston: De Gruyter, 2018

Over centuries, scholars have explored how metaphor contributes to thought, language, culture. This collection of essays reflects on Müller, Kappelhoff, and colleagues’ transdisciplinary (film studies and linguistics) approach formulated in "Cinematic Metaphor: Experience – Affectivity – Temporality". The key concept of cinematic metaphor opens up reflections on metaphor as a form of embodied meaning-making in human life across disciplines. The book documents collaborative work, reflecting intense, sometimes controversial, discussions across disciplinary boundaries. In this edited volume, renowned authors explore how exposure to the framework of Cinematic Metaphor inspires their views of metaphor in film and of metaphor theory and analysis more generally. Contributions include explorations from the point of view of applied linguistics (Lynne Cameron), cognitive linguistics (Alan Cienki), media studies (Kathrin Fahlenbrach), media history (Michael Wedel), philosophy (Anne Eusterschulte), and psychology (Raymond W. Gibbs, Jr.).

Hermann Kappelhoff - Cinematic Metaphor in Perspective. Reflections on a Transdisciplinary Framework

Filmische Seitenblicke: Cinepoetische Exkursionen ins Kino von 1968
Hrsg. Hermann Kappelhoff, Christine Lötscher und Daniel Illger

Berlin/Boston: De Gruyter, 2018

Ist 1968 gescheitert? Die Frage ist falsch gestellt. Die Ereignisse, die Bedeutung und die Auswirkungen von '68 lassen sich nicht in einem schlüssigen Narrativ fassen. Das Jahr beschreibt einen Kulminationspunkt, an dem höchst heterogene kulturelle, soziale und politische Phänomen in eine Interaktion zueinander treten, ohne ursächlich miteinander verbunden zu sein. Herzstück des Bandes ist ein Essay von Hermann Kappelhoff, der '68 aus der Analyse von Happenings, avantgardistischen Aktionen und Filmen heraus als Synonym für eine Form kultureller Gemeinschaftsbildung beschreibt; es markiert die Geburtsstunde der transnationalen Geschmacksgemeinschaft der westlichen Pop- und Jugendkultur. Dass sich der radikale kulturelle Wandel von '68 nur in seiner Heterogenität fassen lässt und die Logik des Happenings und des Widerspruchs zur poetischen Matrix des Kinos wird, zeigt ein Kaleidoskop aus Analysen von Filmen, die 1968 gezeigt wurden.

Hermann Kappelhoff - Filmische Seitenblicke: Cinepoetische Exkursionen ins Kino von 1968

Mobilisierung der Sinne. Der Hollywood-Kriegsfilm zwischen Genrekino und Historie
Hrsg. Hermann Kappelhoff, David Gaertner, Cilli Pogodda
Verlag Vorwerk 8, Berlin 2013

Das Kriegsfilmgenre bewegt sich seit jeher im Spannungsfeld zwischen dem Kalkül gesellschaftspolitisch wirksamer Erinnerungsarbeit und den Inszenierungsstrategien eines effekt- und affektgeladenen Unterhaltungskinos. Diese Form der medialen Imagination des Krieges bildet das Zentrum einer spezifischen Idee von Geschichte in ihrem Zusammenhang mit dem Politischen. Denn wie die meisten Kriegsdarstellungen zielt dieses Genre darauf ab, die Geschichte und die Gegenwart einer politischen Gemeinschaft, ein gemeinschaftlich geteiltes Wahrnehmen und Bewerten der vergangenen und gegenwärtigen politischen Ereignisse und Handlungen überhaupt herzustellen, sei diese Gemeinschaft nun eine Nation, eine ethnische oder politisch definierte Gruppe oder ein weitläufig geteiltes Kulturverständnis.

Am Genre des Hollywood-Kriegsfilms lässt sich paradigmatisch herausarbeiten, was für diese Idee von Geschichte kennzeichnend ist. Dies näher zu bestimmen hat sich dieser Band zur Aufgabe gemacht. Zum einen steht die Historizität des Mediums selbst, hier also des Genrekinos, und seine Funktion als Medium eines Bildes von Geschichte zur Diskussion; zum anderen die Theorie des Genres selbst, die Frage nach der kulturellen Funktion des Genresystems und der Stellung des Kriegsfilms in diesem System.
Die Beiträge dieses Bandes möchten von der wertenden Diskussion um den Realismus von Kriegsdarstellungen absehen und statt dessen das Kriegsfilmgenre als eine ästhetische Erfahrungsform verstehen, die auf den Zusammenhang von Geschichtsbewusstsein und gesellschaftlich-kultureller Identität zielt. Sie verorten Kriegsfilme entlang einer Schnittstelle, an der die Verstrebungen von ästhetischem Empfinden und historischem Bewusstsein, von affektivem Erleben und kollektivem Erinnerungsbild sichtbar werden.

Hermann Kappelhoff - Mobilisierung der Sinne. Der Hollywood-Kriegsfilm zwischen Genrekino und Historie

Die Frage der Gemeinschaft. Das westeuropäische Kino nach 1945
Hrsg. von Hermann Kappelhoff und Anja Streiter
Verlag Vorwerk 8, Berlin 2012

Mit Beiträgen von Christa Blümlinger, Ilka Brombach, Thomas Elsaesser, Bernhard Groß, Daniel Illger, Hermann Kappelhoff, Gertrud Koch, Helmut Lethen, Pierre Sorlin und Anja Streiter

Die westlichen Gesellschaften sind seit 1945 zunehmend mit dem Verlust von positiven politischen Vergesellschaftungsmodellen konfrontiert. Leben und Sterben der Einzelnen sind, so Jean-Luc Nancy, weder in einer gegenwärtigen noch kommenden »Gemeinschaft« aufgehoben. Nach dem Zweiten Weltkrieg mussten sich die national-staatlichen Gesellschaften die Frage neu stellen, ob und worin sich ihre Einheit gründen lässt und wie das gemeinsame Leben zu verstehen und zu bewältigen ist. Welche Rolle spielt das Kino in diesem noch andauernden Prozess der Selbstverständigung der Einzelnen oder communities?

Und zwar angesichts der dominierenden Selbstrepräsentationen nach wie vor national organisierter Gesellschaften in ihren Geschichtsschreibungen, Rechtsprechungen und Erinnerungspolitiken. Der Band versammelt einander ergänzende Analysen zu den nationalen Kinematografien Italiens, Frankreichs und der BRD. In Auseinandersetzung mit einem einzelnen Film, Filmemacher oder -theoretiker, Genre oder umgrenzten Zeitabschnitt wird untersucht, in welchen Formen sich die Frage nach der Möglichkeit und dem Sinn des Gemeinsam-Seins artikuliert und inwiefern sich das Kino als Medium dieser Befragung begreift.

Hermann Kappelhoff - Die Frage der Gemeinschaft. Das westeuropäische Kino nach 1945

Demokratisierung der Wahrnehmung? Das westeuropäische Nachkriegskino
Hrsg. von Hermann Kappelhoff, Bernhard Groß, Daniel Illger
Verlag Vorwerk 8, Berlin 2010

Mit Beiträgen u.a. von Annette Brauerhoch, Hans-Richard Brittnacher, Elisabeth Büttner, Thomas Elsaesser, Giulia Fanara, Hermann Kappelhoff und Michael Wedel

Das westeuropäische Nachkriegskino stellt bis heute einen wichtigen Bezugspunkt filmhistorischer und kulturtheoretischer Debatten dar. Es stand im Zeichen der Erneuerung des Kinos – war das Medium doch durch seine Indienstnahme durch den Faschismus und in den Propagandaschlachten des Zweiten Weltkriegs in Verruf geraten. Die Idee eines ästhetisch wie politisch integeren Kinos schien verwirklicht im italienischen Neorealismus, der bald eine Vorbildfunktion für die Entwicklung von realistischen Filmpoetiken in den anderen Ländern einnahm.
So ließe sich eine gängige Lesart des westeuropäischen Nachkriegskinos zusammenfassen. Doch aus heutiger Sicht stellt sich die Frage, ob unter dem Gewicht der filmhistoriografischen Zuschreibungen nicht vieles verschüttet bleibt, was dieses Kino tatsächlich auszeichnete.

Das gilt für einzelne Wertungen wie die Geringschätzung des deutschen Trümmerfilms, der an dem gescheitert sei, was der Neorealismus vollbracht habe. Es gilt auch für die grundsätzliche Frage nach der Ausrichtung der westeuropäischen Nachkriegskinematografie – sind da nicht Risse zu entdecken, die etwa den Primat des Realismus oder die Gegenüberstellung von »aufgeklärtem« Autorenkino und »rückschrittlichen« Genreproduktionen zweifelhaft werden lassen?

Der vorliegende Band widmet sich diesen Fragen in Bezug auf den deutschen Trümmerfilm – mit einem Exkurs ins DEFA-Kino der fünfziger Jahre –, auf die österreichische Nachkriegsavantgarde, die italienischen Neorealismen zwischen 1945 und 1960, wie auch auf das französische und britische Kino nach 1945. Die Beiträge beziehen sich auf einschlägige historiografische Positionen und konfrontieren sie mit dem ästhetischen Potential einzelner Filme, um in diesem Spannungsverhältnis neue Perspektiven auf das westeuropäische Nachkriegskino aufzuzeigen.

Hermann Kappelhoff - Demokratisierung der Wahrnehmung? Das westeuropäische Nachkriegskino

Pedro Almodóvar
Hrsg. von Hermann Kappelhoff und Daniel Illger
Film-Konzepte. Heft 9, Hrsg. Thomas Koebner und Fabienne Liptay
Edition Text+Kritik. München 2008

Mit Beiträgen von Hermann Kappelhoff, Ilka Brombach, Hye-Jeung Chung, Daniel Illger, Sarah-Mai Dang, Anja Streite

Pedro Almodóvar gilt als einer der bedeutendsten Regisseure der Gegenwart. Längst hat er sich vom »enfant terrible« des spanischen Untergrunds zum international gefeierten Vertreter des Arthouse-Kinos gewandelt. Es gibt kaum eine Kino-Nation, in der seine Filme nicht anliefen, kaum einen wichtigen Filmpreis, den er noch nicht gewonnen hätte — bis hin zum Oscar für »Alles über meine Mutter« (1999).

Trotz seines Renommees ist Almodóvar nach wie vor umstritten. Von den einen wurden Filme wie »Fessle mich!« (1990) im Namen einer radikalen Gender-Politik gepriesen als Befreiungsschläge wider die herrschende Moral, von anderen gescholten ob ihrer ostentativ ausgestellten Künstlichkeit und Selbstreferenzialität. Almodóvars Filme scheinen einerseits Erwartungen zu erfüllen, die man an eine schrill-bunte postmoderne Ästhetik stellt, verfügen aber andererseits, wie die Beispiele »Kika« (1993) und »Schlechte Erziehung« (2004) zeigen, über eine dunkle, abgründige Seite. Die Konfrontation mit sexueller Abhängigkeit und Missbrauch ist in manchen seiner Filme nicht zu übersehen. Die Beiträge dieses Heftes beziehen sich auf diese Komplexe, zumal auf die politische Dimension des Werkes von Pedro Almodóvar.

Hermann Kappelhoff - Pedro Almodóvar

Blick Macht Gesicht
Hrsg. von Hermann Kappelhoff in Zusammenarbeit mit Helga Gläser und Bernhard Groß
Verlag Vorwerk 8, Berlin 2001

Mit Beiträgen von Carolin Bohlmann, Roland Barthes, Wu Hung, Till Förster, Gertrud Koch, Annett Hardegen und Michael Timm, Thomas Koebner, Elisabeth Moortgat, Helga Gläser, Barbara Wahlster, Bernhard Groß, Thomas Koppenhagen, Christine N. Brinckmann, Rudi Thiessen

Hermann Kappelhoff - Blick Macht Gesicht

Geschmack und Öffentlichkeit
Hrsg. Matthias Grotkopp, Hermann Kappelhoff und Benjamin Wihstutz

Zürich: Diaphanes, 2019

Der Filmtheorie gilt die Metapher seit jeher als relevant für das Konstituieren und Verstehen filmischer Bedeutung. Mit ihren Thesen zum verkörperten Denken hat die kognitiv-linguistische Theorie Konzeptueller Metaphern der Forschung zu Metapher und Audiovisualität fachübergreifend zu erheblicher Konjunktur verholfen. In Auseinandersetzung damit entfaltet das Buch eine transdisziplinäre Perspektive an der Schnittstelle von sprachgebrauchsorientierter linguistischer Metaphernforschung und der filmwissenschaftlichen Theorie audiovisueller Medien als Bewegungsbilder. Es positioniert sich kritisch zu Arbeiten, die semiotisch-linguistisch bzw. von der kognitiven Filmtheorie geprägt und im Kode-Modell eines Sender- Empfänger-Paradigmas verhaftet sind. Einer universellen Tiefensemantik, die filmische Dynamik unberücksichtigt lässt, wird hier die Idee vom Metaphorisieren als Zuschaueraktivität entgegengestellt: ein Wahrnehmen, Fühlen und Verstehen, das durch die Bewegungsfigurationen audiovisueller Bilder modelliert wird. Ausführliche Analysen diverser Filmformate – vom Hollywoodfilm bis zur Politreportage – zeigen, dass und wie das Metaphorisieren ein durch die Performativität audiovisueller Bilder strukturiertes filmisches Denken ist. 

Hermann Kappelhoff - Geschmack und Öffentlichkeit